Tätigkeitsbericht Vorstand Cannabis Social Club Hamburg e.V. 2015 / 2016

2015

Vereinsgründung

Der Cannabis Social Club Hamburg e.V. (CSC-HH) hat sich am 14.07.2015 gegründet als Interessengemeinschaft und Interessenvertretung von Cannabisnutzern, deren Freunden und Angehörigen. Das heißt, wir haben eine Satzung abgestimmt und einen Vorstand gewählt.

Der Vorstand erhielt den Auftrag den Verein beim Amtsgericht in das Vereinsregister eintragen zu lassen, Mitglieder zu werben, Kommunikationsstrukturen aufzubauen und die erste Mitgliederversammlung, möglichst am 20.09. vorzubereiten.

Mit der Eintragung hat der Vorstand den Rechtsanwalt und Mitgründer Ernst Medecke beauftragt.

Stammtische

Seitdem treffen sich die Mitglieder regelmäßig zu Orgatreffen und Stammtischen.

Internetpräsenz
Gleichzeitig wurde die Internetseite aufgesetzt und eine provisorische Mailingliste eingerichtet. Außerdem wurde selbstverständlich eine Facebookgruppe zur internen Kommunikation und eine Facebookseite, sowie einen Twitteraccount zur zusätzlichen Außendarstellung eingerichtet.

1. Mitgliederversammlung
Wie von der Gründungsversammlung gewünscht hat der Vorstand zu einer ersten ordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Diese fand im Kölibri am Wunschtermin dem 20.09. statt.

Beraten werden musste über eine kurz zuvor eingetroffene Ablehnung des Amtsgerichts eine Eintragung in das Vereinsregister vorzunehmen.

Beschlossen wurde ein Rahmen für Satzungsänderungen, die auf einer zeitnah zu organisierenden 2. Mitgliederversammlung, als fortgesetzte Gründungsversammlung zu beschließen sind.

http://cannabis-social-club.hamburg/1-mitgliederversammlung-gericht-lehnt-eintagung-ab-verein-beraet-ueber-reaktion/

NDR Doku – Medienberatung

Begleitet wurde die Mitgliederversammlung von einem Kamerateam für eine Dokumentation der NDR Reihe „45 min“. Der CSC war darüber hinaus beratend und vermittelnd für die Produktion tätig.

2. Mitgliederversammlung – Fortgesetzte Gründung

Am 11.10. fand die 2. Mitgliederversammlung als fortgesetzte Gründungsversammlung statt. Die Versammlung beschloss, die auf der ersten Mitgliederversammlung bereits umrissenen Satzungsänderungen.

Der Vorstand wurde der Form halber noch einmal gewählt, der bisherige Vorstand aus Andreas Gerhold, Nicky Wichmann und Friedo Michnia, wurde einstimmig, bei je einer Enthaltung, im Amt bestätigt.

Bericht: http://cannabis-social-club.hamburg/csc-hh-2-mitgliederversammlung-beschliesst-neue-satzung/

Satzungen im Vergeich: http://cannabis-social-club.hamburg/wp-content/uploads/2015/10/CSC-HH_Satzung_%C3%BCberarbeitet_EM-AG_%C3%9CBERSICHT-%C3%84nderungen_Stand_26_09_2015.pdf

Stellungnahme Hamburger Bürgerschaft

Bereits im September hatten wir uns von der noch nicht vorhandenen Eintragung nicht davon abhalten zu lassen uns aktiv mit einer schriftlichen Stellungnahme in eine Expertenanhörung im Gesundheitsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft zu Modellprojekten zur Cannabisabgabe einzubringen.
http://cannabis-social-club.hamburg/stellungnahme-modellprojekt-cannabisabgabe-gesundheitsausschuss-hhbue/

Eintragung

Mit dem 03.11.2015 wurden der CSC-HH dann endlich in das Vereinsregister eingetragen, wovon der Vorstand dann Ende November offiziell Kenntnis erhielt.

Konto

Eine Aufgabe die sich als schwieriger erwies als gedacht, war die Kontoeröffnung. Von unserer Wunschbank der GLS wurden wir schroff abgewiesen. Inzwischen sind wir zufrieden bei der Ethikbank.

Prominenter Zuwachs

Nach der Entscheidung, dass Hamburg kein Modellprojekt zur Cannabisabgabe bekommen wird, haben sich im Dezember parteiübergreifend Hamburger Politiker_innen dem Cannabis Social Club Hamburg e.V. (CSC-HH) angeschlossen. Zuvor hatte der Vorstand begonnen den Verein in verschiedenen Parteien und Organisationen vorzustellen.
http://cannabis-social-club.hamburg/pm-prominente-aus-hamburger-parteien-unterstuetzen-den-csc-hh/

Beginn Orga Hanftag

Außerdem hat der CSC die künftige Organisation der Hamburger Hanftage übernommen und die Orgagruppe hat nach der zweiten Mitgliederversammlung mit der Vorbereitung des IV. Hamburger Hanftages im Mai 2016 begonnen.

2016

Orga Hanftag

Mit Beginn des Jahres hat die Orga für den IV. Hamburger Hanftag und eine, in einem erneuerten Konzept vorgesehene Veranstaltungswoche mit täglichen Veranstaltungen, die Arbeit des Vorstandes weitgehend bestimmt.

Vernetzung

Der Vorstand hat verschiedene Gelegenheiten genutzt um, über das Internet hinaus, den Verein deutschland- und sogar europaweit zu vernetzen und Möglichkeiten der punktuellen Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen, Firmen und Personen zu suchen.
Dazu gehörte die weltgrößte Fachmesse Spannabis in Barcelona, inklusive Kontaktaufnahme zu einem örtlichen Cannabis Social Club, die Cannabis-Messe Mary Jane in Berlin, Besuche im Hanfmuseum in Berlin und etliches mehr.

Im Ergebnis konnten wir an Erfahrungen teilhaben, Kontakte knüpfen, die z.B. zu Sponsoring oder erst mal nur zu spannenden Möglichkeiten geführt haben. Umgekehrt konnten wir aber auch verschiedenen CSCs in Gründung in ganz Deutschland behilflich sein. Der CSC-Berlin hat unsere Satzung und Website gleich komplett übernommen. Insbesondere die aktive Vernetzung von CSCs und anderer lokaler Initiativen in Deutschland war uns ein Anliegen.

Wichtig ist auch die Vernetzung in Hamburg, hier ist vor allem unsere Teilnahme und Mitwirkung an der Arbeitsgemeinschaft Drogenpolitik Hamburg (AG Dropo), einem Gesprächs und Aktionskreis aus Drogenpolitik und Drogenhilfe.

GMM Berlin

Der CSC-HH war eingeladen am Global Marihuana March in Berlin mit einem Redebeitrag teilzunehmen. Andreas hatte zwei Reden vorbereitet, die er dem Veranstalter zur Auswahl stellte, der bat darum beide zu halten.

WEEEDWEEK & IV Hamburger Hanftag

Am 07. Mai, dem ersten Samstag im Mai und damit GMM-Datum startete der CSC seine WEEDWEEK mit einem Infopavillon auf dem Hamburger Hafengeburtstag. Diese Veranstaltungswoche sollte mit täglichen, dezentralen Veranstaltungen der organisierten Hanftagsteilnehmer auf den IV Hanftag am 14. Mai hinführen.

In der Weed Week fanden rund 10 Veranstaltungen statt, darunter Info-Veranstaltungen, Diskussionen, ein Kinoabend, Vorträge, zum Beispiel zum Thema Prävention an Schulen. Die Weed Week endete mit einer Pressekonferenz in der Hamburger Rathauspassage und einer anschließenden Mahnwache, die dank dpa bundesweite Beachtung fand.

Der Hanftag soll zukünftig die Hauptveranstaltung des Jahres für den CSC sein und für Hamburg, vielleicht sogar für Norddeutschland die Hauptveranstaltung für die Legalisierung. Dieses Ziel hat der Vorstand gemeinsam mit der Orga-Gruppe mit dem diesjährigen IV Hamburger Hanftag schon verfolgt.

Der Hanftag ist neben Information und Aufklärung durch die teilnehmenden Organisationen vor allem der Kultur gewidmet. Mit fünf Liveacts in einem Zirkuszelt im Schanzenpark und diesmal schon 15 teilnehmenden Organisationen, von Parteien, über Initiativen bis zu Trägern in der Drogenhilfe die mit Infotischen die Besucher mit Wissen und Material versorgten, war dies mit Abstand der größte und erfolgreichste Hamburger Hanftag.

„Gäbe es den alljährlichen Hanftag nicht, würde das Problem wohl in Rathausschub­laden weiter vor sich hin stauben.“ fasste das Hamburger Abendblatt die Rolle des Hanftages und des Cannabis Social Clubs heute noch mal zusammen. Damit haben wir unser erstes Ziel, die Aufmerksamkeit auf unser Thema zu lenken und die Politik zu zwingen sich mit uns zu beschäftigen, erreicht.


http://cannabis-social-club.hamburg/groesser-laenger-breiter-der-hamburger-hanftag-2016/

Expertenanhörung & Stellungnahme im Abgeordnetenhaus Berlin

Am 13. Juni fand im Gesundheitsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses eine Expertenanhörung zum Antrag des Bezirks Kreuzberg auf Cannabisabgabestelle statt. Andreas war als Auskunftsperson von der Piratenfraktion geladen und hat mündlich vorgetragen und eine schriftliche Stellungnahme abgegeben.

http://cannabis-social-club.hamburg/downloads/stellungnahme-modellprojekt-cannabisabgabe-im-gesundheitsausschuss-des-agh-berlin/

Podiumsdiskussion mit Senator Till Steffen

Eigentlich für die Weed Week eingeplant musste die Diskussion mit dem Hamburger Justizsenator Dr. Till Steffen, Prof. Böllinger und Stephanie Dehne (SPD Bremen), sowie Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband um einige Wochen verschoben werden, da die CDU kurzfristig eine Sonderausschusssitzung just auf den, aus der Presse bekannten Termin gelegt hat.

Die Diskussion fand dann im Juli in der Großen Freiheit 36 statt. Als Ergebnis lässt sich zusammenfassen, dass die Experten unsere Forderungen an die Hamburger Landesregierung als vernünftig, sachlich und geboten unterstützen.

http://cannabis-social-club.hamburg/wie-legalisieren-regulierung-beginnt-auf-landesebene/

CSD Hamburg Pride

Der CSC-HH hat, zumindest inoffiziell, am diesjährigen Hamburg Pride teilgenommen. Auf dem Straßenfest hatten wir eine Infoecke im Pavillon der Piraten. Ein eigener Stand war von den Organisatoren zuvor abgelehnt worden, mit der Begründung der Bezug sei nicht direkt genug. Wir haben mit einer Veranstaltung während der Pride Week darauf reagiert, in dem wir die Frage „Sind Drogen das neue Schwul?“ zu Diskussion stellten.

http://cannabis-social-club.hamburg/pride-week-sind-drogen-das-neue-schwul/

Hanfparade Berlin

Die Hanfparade ist das jährliche bundesdeutsche Hauptevent für Cannabislegalisierung seit zwanzig Jahren. Wir haben eine gemeinsame Anreise Hamburger Mitdemonstranten organisiert und auf der Parade einen eigenen Infostand betrieben. Auf der kleinen Kieler Hanfparade waren wir ebenfalls mit einer Abordnung vertreten und haben eine Rede beigetragen

Bundesweite Fachkonferenz „Schluss mit KRIMInalisierung – Drogenmärkte regulieren“
Am 21./22.10. fand in diesem Jahr in Hamburg die bundesweite Fachkonferenz Schluss mit KRIMInalisierung – Drogenmärkte regulieren“ statt. Veranstalter war die AG Dropo in der der CSC-HH mitwirkt.

Der CSC-HH hat die Abendveranstaltung organisiert und durchgeführt, Konferenzguides gestellt, war auf dem Schlusspodium vertreten und hat gemeinsam mit dem Hamburger Hanfverband einen Workshop organisiert und durchgeführt. Auch die gesamte grafische Abwicklung lag in den Händen des CSC-HH.

http://cannabis-social-club.hamburg/konferenz-es-kann-nur-noch-in-eine-richtung-gehen-drogenmaerkte-regulieren/

Ausbau Stammtische, Arbeitsgruppen, Projektgruppe, Räumlichkeiten

Wir haben inzwischen zwei Stammtische im Monat, einen Kneipenstammtisch und einen Arbeitsstammtisch. Und allmählich bilden sich Arbeits- bzw. Pojektgruppen und wir haben (fast) eigene Räumlichkeiten. Einmal pro Woche und nach Bedarf sind wir im Zentrum für politische Teilhabe (ZPT).

Hervorzuheben ist der Versuch einen legalen, kollektiven Anbau von und mit Patienten zu organisieren. Das Projekt hat vielleicht nicht die größten Aussichten auf Erfolg, trotzdem sieht der Vorstand es als lohnenswert an Patienten zu unterstützen eine Ausnahmegenehmigung zum Anbau von Cannabis als persönliche Medizin zum Eigenbrauch zu erwirken und anschließend mit Ihnen den Anbau zu betreiben.

Pressearbeit & Öffentlichkeitsarbeit

Eine Dauerbaustelle für unseren Verein ist die Presse- Und Öffentlichkeitsarbeit. Ein Blick in den Pressespiegel zeigt, dass wir seit Vereinsgründung sehr erfolgreich waren. Wir sind als Akteur angekommen, wenn die CDU Pressemitteilungen zu uns verfasst und die Bildzeitung sie zitiert. Das ist uns gelungen.

Heutige Mitgliederversammlung
Die ziemlich letzte Amtshandlung des derzeitigen Vorstands ist diese Mitgliederversammlung bis zu gleich stattfindenden Vorstandsneuwahl.

Insgesamt zieht der Vorstand – auch wenn noch nicht alles perfekt läuft – eine sehr positive Bilanz. Wir haben in gut einem Jahr viel erreicht und vieles auf den Weg gebracht, woran der nächste Vorstand anknüpfen kann. Wir bedanken uns bei allen aktiven Mitglieder für euer Engagement.

Andreas

für den Vorstand am 27.11.2016

Andreas Gerhold ( 1. Vorsitzender)
Nicky Wichmann (2. Vorsitzende)
Friedo Michnia (Schatzmeister)

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